Details des Biertyps

Name
Dunk­les Weissbier
Style Gui­de
BJCP 2015
BJCP
10 B
Alko­hol
4.3 - 5.6 %vol
Stamm­wür­ze
11 - 14 °P
Rest­ex­trakt
2.5 - 3.5 %gew
Bit­te­re
10 - 18 IBU
Far­be
36 - 60 EBC
Aus­se­hen
Hel­les Kup­fer bis Maha­go­ni­far­be. Eine sehr dich­te, per­len­de, lang­an­hal­ten­de, weiß­li­che Schaum­kro­ne ist cha­rak­te­ris­tisch. Der hohe Eiweiß­an­teil des Wei­zens beein­träch­tigt die Klar­heit in die­sen, tra­di­tio­nell unfil­trier­ten, Bier­stiel. Der Grad der Trü­bung kann jedoch vari­ie­ren. In Schwe­be befind­li­che Hefe kann zusätz­lich zur Trü­bung beitragen.
Geschmack
LLeich­ter bis mit­tel­star­ker Bana­nen- und Nel­ken­ge­schmack. Die Balan­ce und die Inten­si­tät der Phe­nol- und Ester- Kom­po­nen­ten kön­nen vari­ie­ren, sind aber bes­ten­falls aus­ge­wo­gen und mar­kant. Optio­nal kön­nen leich­te bis mäßi­ge Vanil­le-und/o­der leich­te Kau­gum­mi­no­ten den Bana­nen­ge­schmack, die Süße und die Aus­ge­wo­gen­heit ver­stär­ken, soll­ten aber nicht zu domi­nant sein. Der wei­che, etwas bro­ti­ge, tei­gi­ge oder getrei­di­ge Geschmack des Wei­zens soll unter­stüt­zend wir­ken, genau wie ein schwe­rer Kara­mell-, Toast-, oder Brot­krus­ten­ge­schmack. Der mal­zi­ge Schwe­re kann leicht bis mäßig-stark sein, und unter­stützt den Hefe­ge­schmack. Ein Röst­malz­cha­rak­ter ins uner­wünscht. Ein wür­zi­ges oder flo­ra­les Hop­fen­aro­ma kann sehr leicht bis gar nicht vor­han­den sein und die Hop­fen­bit­te­re ist nur sehr leicht bis leicht vor­han­den. Ein gut balan­ciert, geschmack­voll, meist etwas mal­zig am Gau­men, mit einen rela­tiv tro­cke­nen Abgang.
Geruch
Mäßi­ge bis star­ke Aro­men von Phe­n­o­len (meist Nel­ke) und fruch­ti­gen Estern (typi­scher­wei­se Bana­ne). Die Balan­ce und Inten­si­tät der Phe­nol- und Ester­kom­po­nen­ten kön­nen vari­ie­ren, sind aber bes­ten­falls recht aus­ge­wo­gen und ziem­lich mar­kant. Der Geruch von Hop­fen kann gering bis nicht vor­han­den sein und kön­nen leicht flo­ral, wür­zig oder krau­tig sein. Ein leich­ter bis mäßi­ger Wei­zen­ge­schmack (die als bro­tig, tei­gig oder getrei­dig war genom­men wer­den kön­nen) kann vor­han­den sein, meist durch einen Geruch von Kara­mell, Brot­krus­te oder schwe­re­ren Mal­za­ro­men beglei­tet. Das Mal­za­ro­ma kann die Ester und Phe­no­le etwas abmildern.
Mund­ge­fühl
Mit­tel­leich­ter bis mit­tel­schwe­re Kör­per. Die Tex­tur des Wei­zens sowie die der, in schwe­be befind­li­chen, Hefe ver­mit­teln das Gefühl einer wei­chen, cre­mi­gen Fül­le, die in einen leich­ten Abgang über­ge­hen kann, der durch eine mäßi­gen bis star­ke Kar­bo­ni­sie­rung unter­stützt wird. Immer spritzig.
Gesamt­ein­druck
Ein mäßi­ges dunk­les, deut­sches Wei­zen­bier mit einen aus­ge­präg­ten Bana­nen- und Nel­ken­cha­rak­ter, unter­stützt durch ein Toast- oder Kara­mell­mal­za­ro­ma. Sehr koh­len­säu­re­hal­tig und erfri­schend, mit einer cre­mi­gen, sehr wei­chen Tex­tur und einen leich­ten Abgang, der zum Trin­ken einlädt.
Zuta­ten
Die Schüt­tung wird nach besteht nach deut­scher Tra­di­ti­on aus min­des­tens 50% Wei­zen­malz, wobei eini­ge Ver­tre­ter bis zu 70% ent­hal­ten. Für den Rest der Schüt­tung wird für gewöhn­lich Münch­ner-, Wie­ner-, oder Kara­mellwei­zen­mal­ze ver­wen­det (Pils­ner Malz mit Farb­mal­zen ist auch mög­lich). Tra­di­tio­nell mit­tels Dekok­ti­ons­ver­fahrn gemaischt, wird es heu­te nur noch sel­ten ver­wen­det. Weiß­bier­he­fe pro­du­zie­ren den typisch wür­zi­gen und fruch­ti­gen Cha­rak­ter, wobei sehr hohe Gär­tem­pe­ra­tu­ren die Balan­ce der Aro­men beein­flus­sen und Fehl­aro­men pro­du­zie­ren können. 
Geschich­te
In Bay­ern besteht schon seit Jahr­hun­der­ten, das Brau­recht war aber bis ins spä­te 18 Jahr­hun­dert den Bay­ri­schen Adel vor­be­hal­ten. Die frü­he­ren Wei­zen­bie­re waren meist dun­kel, wie alle Bie­re zu der Zeit. Hel­les Weiß­bier wur­de in den 1960´er Jah­ren popu­lär, die dunk­le Vari­an­te blieb aber immer irgend­wie ein „alte Leu­te“ Getränk.
Kom­men­tar
Das Ver­wen­den von Münch­ner und/oder Wie­ner Malz ver­leiht die­sem Stiel einen tie­fen, schwe­ren Gers­ten­malz­cha­rak­ter, der in einem hel­len Weiß­bier nicht zu fin­den ist.
Bei­spie­le
Ayin­ger Ur-Weis­se, Etta­ler Weiss­bier Dun­kel, Fran­zis­ka­ner Hefe-Weis­se Dun­kel, Hacker-Pschorr Weis­se Dark, Tucher Dunk­les Hefe Wei­zen, Wei­hen­ste­pha­ner Hefe­weiss­bier Dunkel
Noti­zen
Ver­bin­det den Hefe- und Wei­zen­cha­rak­ter des hel­len Weiß­biers mit der mal­zi­gen Schwe­re einen Münch­ner Dun­kel. Der Bana­nen- und Nel­ken­cha­rak­ter ist meist weni­ger prä­sent als in einen Hel­len Weiß­bier zu Guns­ten einer erhöh­ten Malzigkeit.