Name
Märzen
Style Guide
BJCP 2015
BJCP
6 A
Alkohol
5.8 - 6.3 %vol
Stammwürze
13.5 - 15 °P
Restextrakt
2.5 - 3.5 %gew
Bittere
18 - 24 IBU
Farbe
20 - 44 EBC
Aussehen
Bräunlich-orange bis rötliche Kupferfarbe; sollte nicht goldgelb sein. Glanzfein mit einer gut haltbaren weißlichen Schaumkrone.
Geschmack
Die Malznoten im Antrunk täuschen Süße vor, aber der Abgang ist mäßig trocken bis trocken. Die ausgeprägte und komplexe Malzigkeit hat oft einen brotigen, toastigen Aspekt. Die Hopfenbittere ist mäßig und der Hopfengeschmack gering bis nicht vorhanden (Deutsche Sorten: komplex, blumig, kräutrig oder würzig). Der Hopfen bildet nur ein ausreichendes Gleichgewicht zum Malzgeschmack, so dass der Abgang nicht süß wirkt. Der Nachgeschmack ist malzig mit den gleichen lang anhaltenden, kräftigen aber eleganten Malzaromen. Spürbarer Karamell-, Biscuit- oder Röstgeschmack ist unpassend. Reintöniges untergäriges Gärprofil.
Geruch
Mäßig intensives Aroma deutscher Malzsorten, typisch kräftig, brotig, etwas toastig mit leichten Noten von Brotkruste. Reintöniger untergäriger Charakter. Kein Hopfenaroma. Aromen von Karamell, Biscuit oder Röstmalz sind unpassend. Eine sehr schwache Alkoholnote kann spürbar, sollte aber nie scharf sein. Reine, kräftige aber elegante Malznoten sollten die primären Aromen sein.
Mundgefühl
Mittlerer Körper mit einer weichen, kremigen Textur, die oft ein volleres Mundgefühl suggeriert. Mittlere Karbonisierung. Komplett endvergoren ohne süßliche Noten. Kann etwas wärmend sein, wobei die Stärke aber relativ gut versteckt sein sollte.
Gesamteindruck
Ein elegantes, malziges, halbdunkles deutsches Lagerbier mit reinen, kräftigen, toastigen und brotigen Malzaromen, zurückhaltender Bittere und einem trockenen Abgang, der zu einem weiteren Bier einlädt. Der Gesamteindruck des Malzes ist weich, elegant und komplex mit einem kräftigen Nachgeschmack, der aber nie süßlich oder schwer ist.
Zutaten
Die Schüttung variiert, wobei traditionelle deutsche Versionen Münchner Malz betonen. Der Eindruck von Eleganz kommt von Zutaten bester Qualität, insbesondere bei den Basismalzen. Traditionell wird eine Dekoktionsmaische gefahren, um das kräftige Malzprofil zu entwickeln.
Geschichte
Wie der Name schon sagt, als ein stärkeres Bier im März gebraut und über den Sommer in kalten Bierkellern gelagert. Moderne Versionen gehen zurück auf das von der Spaten-Brauerei 1841 gleichzeitig mit dem Wiener Lager entwickelte Lagerbier. Der Name des Märzen ist aber älter; die ersten waren dunkelbraun und in Österreich bezeichnete der Name eher die Stärke (14°P) als einen Bierstil. Die deutschen halbdunklen untergärigen Versionen (im Stil des Wiener Lagers) wurden zuerst beim Oktoberfest 1872 ausgeschenkt - eine Tradition, die bis 1990 anhielt, als das goldgelbe Festbier zum Standard-Oktoberfestbier gekürt wurde.
Kommentar
Moderne einheimische deutsche Oktoberfestbier-Versionen sind goldgelb - siehe den Festbier-Stil für solche Versionen. Deutsche Export-Versionen sind (zumindest beim Export in die USA) typisch orange-bräunlich, haben einen ausgeprägten Malz-Charakter und werden meist als “Oktoberfest” bezeichnet. Amerikanische Craft-Versionen des “Oktoberfest” basieren üblicherweise auf diesem Stil, und die meisten Amerikaner werden ein solches Bier als “Oktoberfest” erkennen. Historische Versionen dieses Biers sind tendenziell dunkler, bis in den bräunlichen Bereich, wobei es allerdings viele Schattierungen des Märzen gibt (wenn der Name als Bezeichnung für die Stärke benutzt wird). Diese Stil-Beschreibung bezieht sich ausdrücklich auf die stärkere halbdunkle Lager-Version. In diesem Sinne kann man sich das moderne Festbier als ein helles Märzen vorstellen.
Beispiele
Bürgerliches Ur-Saalfelder, Hacker-Pschorr Original Oktoberfest, Paulaner Oktoberfest, Weltenburg Kloster Anno 1050
Notizen
Nicht so stark wie ein dunkler Bock. Mehr Malzigkeit und Schwere als ein Festbier, mit schwererem Körper und etwas weniger Hopfen. Weniger hopfig aber ebenso malzig wie ein tschechisches halbdunkles Lager.